{itsumo egao de}

Sei still, mein Herz

Veröffentlicht in Bibliothek, Zitiert am 04. August 2011

Ich sah dich in mein Auge schaun;
Du sahst mich still und unbetroffen,
Du fandest nur auf meinen Brau’n
Die Ruhe derer, die nicht hoffen.

Entflieh, du alter Traum, entflieh!
Führt mich zu Lethes dunklen Bächen!
Erinnerung erwache nie, -
Sei still, mein Herz! sonst mußt du brechen!

aus Well, thou art happy von Lord Byron, 02. November 1808

Achja … Ihrem Liebesleid so tragisch-schönen Ausdruck verleihen – das konnten die Menschen schon damals oder möglicherweise gerade damals. Und während man diese Worte liest, möchte man fast, eine Hand an die Stirn gelegt, ermattet auf ein Chaiselongue sinken und der Melancholie huldigen.

Jesus liebt mich

Veröffentlicht in Bibliothek am 28. Juni 2011

Nein, ich bin nicht plötzlich gläubig geworden. Es handelt sich um den Titel von David Safiers zweitem Roman. Nachdem ich beim Hörbuch von “Plötzlich Shakespeare” wirklich Tränen gelacht hatte, hatte ich mir dieses hier besorgt auf der Suche nach leicht verdaulicher und lustiger Lektüre.
Nun, genau wie sein drittes Buch ist auch “Jesus liebt mich” sehr unterhaltsam, die Sprache einfach gehalten und daher leicht zu lesen. Wer große Literatur erwartet ist hier falsch. Wer sich aber für ein, zwei Tage (mehr braucht es nicht, das Buch durchzulesen) ohne viel Nachdenken gut unterhalten fühlen möchte, liegt mit David Safier wohl auf der sicheren Seite. Auch beim Lesen konnte ich bei manchen Stellen nicht anders als loszukichern.
Alles in allem fand ich “Plötzlich Shakespeare” immer noch interessanter, womöglich auch, weil ich mit Religion nichts am Hut habe – da geht es mir allerdings ganz ähnlich wie der Protagonistin.

Klappentext:

Marie hat das beeindruckende Talent, sich ständig in die falschen Männer zu verlieben. Kurz nachdem ihre Hochzeit geplatzt ist, lernt sie einen Zimmermann kennen. Und der ist so ganz anders als alle Männer zuvor: einfühlsam, selbstlos, aufmerksam. Dummerweise erklärt er beim ersten Rendezvous, er sei Jesus persönlich. Zunächst denkt Marie, dieser Zimmermann habe nicht alle Zähne an der Laubsäge. Doch bald dämmert ihr: Joshua ist wirklich der Messias. Und Marie fragt sich, ob sie sich diesmal nicht in den falschesten aller Männer verliebt hat.

Anansi Boys

Veröffentlicht in Bibliothek am 15. Juni 2011

Soeben habe ich Neil Gaimans “Anansi Boys” in der Hörbuchfassung von audible durchgehört. Und ich muss sagen: GROSSartig!
Gaimans Geschichten heben sich so erfrischend vom sonstigen doch meist furchtbar kitschigen Fantasy-Einheitsmatsch ab. Sie sind bunt, lustig, böse, total abgehoben und doch irgendwie lebensnah, weil sich Magie und Alltag wie natürlich miteinander verweben. Sie zeichnen wunderbar plastische Bilder der Gestalten, die sie bevölkern und es gelingt Gaiman, selbst eher unbedeutenden Randfiguren Tiefe zu geben. Jede der Personen hat ihre individuellen Eigenheiten und Angewohnheiten, wie etwa das sehr einprägsame “Selbstverfreilich!” von Grahame Coats oder die flaschenbodendicken Brillengläser von Mrs. Dunwiddy. Es sind solche Details, die Geschichten erst perfekt machen.
Herr Kaminski schafft es mit seiner Stimme genau das umzusetzen, so gut, dass ich manchmal Zweifel hatte, dass es sich tatsächlich nur um einen Sprecher handelt. Seine lockere Art die Geschichte zu erzählen passt dazu wie die Faust auf’s Auge (oder so). Beim Zuhören tauchen fast unvermeidlich Bilder vor dem inneren Auge auf – jedenfalls erging es mir so.
Ich habe übrigens gelesen, dass das Buch eventuell auch verfilmt werden soll, zumindest gibt es wohl schon ein Skript. Könnte durchaus interessant werden, immerhin fand ich Sternenwanderer und Coraline auch klasse (wenn man sich von der Vorstellung befreit, dass Literaturverfilmungen mit den zugrundeliegenden Büchern 1:1 übereinstimmen muss). Bis dahin kann ich das Hörbuch nur wärmstens empfehlen!

Angst vor dem Leben

Veröffentlicht in Bibliothek, Zitiert am 23. August 2010

“Die Angst vor dem Leben ist die größte Angst der Menschen. Wir fürchten uns nicht so sehr vor dem Tod; unsere größte Angst ist es, das Risiko des Lebens einzugehen – das Risiko, lebendig zu sein und auszudrücken, wer und was wir wirklich sind. Einfach nur sie selbst zu sein, ist die größte Angst der Menschen. Wir haben gelernt, unser Leben in dem Versuch zu fristen, die Ansprüche anderer Menschen zu befriedigen. Wir haben gelernt, entsprechend den Ansichten anderer Menschen zu leben, weil wir Angst hatten, sonst nicht akzeptiert zu werden und in den Augen anderer nicht gut genug zu sein. (…) In dem Versuch, gut genug für sie zu sein, erschaffen wir ein Bild der Perfektion, dem wir jedoch nicht gerecht werden. Wir kreieren dieses Bild, doch es ist nicht real. Von diesem Standpunkt aus betrachtet, werden wir nie perfekt sein. Nie!”

aus Die vier Versprechen von Don Miguel Ruiz

Demian

Veröffentlicht in Bibliothek am 31. Oktober 2009

Ich wollte ja nichts als das zu leben versuchen, was von selber aus mir heraus wollte. Warum war das so sehr schwer?

Schon an den ersten Worten bleiben meine Augen minutenlang hängen. Ja, ich glaube, das war die richtige Kaufentscheidung.

Ikima

»To live will be an awfully big adventure.«

Leidenschaftliche Katzenmama, Phlegmatikerin und Milchkaffeetrinkerin.
Mehr über mich gibt es hier und bei Twitter.

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»Veronika beschließt zu sterben«
von Paulo Coelho

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