Mir wurde vor kurzem die Frage gestellt, wer oder was mich heute im Vergleich zu 2002 – mein erster heftiger Tiefpunkt -in Krisen auffängt. Traurige
Bilanz: Ich bin heute noch um vieles einsamer als damals. Der einzige Mensch, dem ich immer ausnahmslos alles anvertrauen würde, ist viele tausend Kilometer entfernt. Natürlich liegt das auch und vor allem an mir. Wie hieß es noch so schön:
Einsamkeit ist eine Gefängniszelle, die sich nur von innen öffnen lässt.
Natürlich sind in meinem Umfeld noch mehr Menschen, die ich mag und schätze, aber kaum jemandem erzähle ich, wie es in mir aussieht. Aus unterschiedlichen Gründen. Manchen vertraue ich nicht genug, anderen will ich es nicht zumuten.
Das Positive an der Einsamkeit ist, dass ich mittlerweile gelernt habe mit vielem selbst fertig zu werden. Und das ist zumindest etwas, das ich meinem Ich von 2002 voraus habe. Was den Rest angeht, denke ich mir jetzt: “Alles wird sich zu seiner Zeit ergeben.” Man lese und staune: Tatsächlich zuversichtliche Gedanken! In meinem Kopf!