Körpergefühl
Ich habe ein eher schlechtes Verhältnis zu meinem Körper. Ab dem Zeitpunkt, wo man seinen eigenen Körper als solchen wahrnimmt und beginnt sich mit anderen zu vergleichen, hat er mir nie wirklich gefallen. Dem Perfektionisten in mir war mein Körper nie gut genug. Ich war mir immer zu groß, zu breit, manche Körperteile zu lang, zu unförmig, zu klein, meine Haut sowieso eine einzige Problemzone und meine Haare eine Katastrophe. Ganz zufrieden mit mir war ich nie. Selten gab es Tage, an denen ich meinem Spiegelbild sagen konnte, ‘Hey, du siehst ja gar nicht so schlecht aus.’ In der Regel vermied ich lieber den Blick in den Spiegel. Es gab Phasen, in denen ich tatsächlich kaum die Wohnung verlassen wollte, so unwohl fühlte ich mich in meinem Körper. Und das seltsamerweise, obwohl ich schon immer recht viele Komplimente bekommen habe. Aber sie drangen nie wirklich zu mir durch.
Das mag für diejenigen, die mich persönlich kennen, kaum verständlich sein. Ich bin mir auch bewusst, dass ich einen an der Klatsche habe. Deswegen versuche ich mich nun mit meinem Körper auszusöhnen. Versuche die ganz eigenen Macken meines Körpers zu akzeptieren und mir wie auch allen anderen zuzugestehen, “unperfekt” zu sein. Schließlich ist man zu sich selbst immer am strengsten. Das ist vielleicht in gewisser Hinsicht nicht verkehrt, aber wenn es das Leben und Wohlbefinden derart negativ beeinflusst, wie es bei mir bisher der Fall war, läuft was verkehrt und das soll sich nun ändern.
Im Moment setze ich mich vor allem über Bewegung mit meinem Körper auseinander. Wenn man jahrelang keinen nennenswerten Sport getrieben hat, ist der Anfang ziemlich schwer und mitunter frustrierend. Aber ich taste mich langsam heran und spüre wie gut es mir tut. Wenn ich dann merke, wie mein Körper allmählich kräftiger wird, kann ich auch wieder mehr Vertrauen in ihn fassen. Schritt für Schritt.
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