Where the wild things are
aka “Wo die wilden Kerle wohnen”.
Seitdem ich den Trailer letztes Jahr das erste Mal sah, stand für mich fest: Den muss ich sehen! Ich war doch sehr gespannt, wie Spike Jonze das tolle Kinderbuch von Maurice Sendak wohl umsetzen würde und der Trailer sah vielversprechend aus. Nunja, letzten Samstag haben wir’s dann endlich ins Kino geschafft und – wow! – ich kann nur sagen, es hat sich wirklich gelohnt.
Zunächst muss man mal loben, wie originalgetreu die Figuren sind, sowohl die wilden Kerle als auch Max in seinem Wolfskostüm. Wer das Buch kennt, wird mir da sicher zustimmen. Die Handlung wurde natürlich etwas ausgedehnt und verändert, sonst wäre der Film wohl nach 20 Minuten zu Ende gewesen. So hat Max nun eine Schwester, die nicht mehr mit ihm spielt, sondern lieber mit ihren Freunden abhängt und eine Mutter, die Männerbesuch nach Hause einlädt, was dem Jungen so gar nicht passt. Im Film wirkt Max sehr alleingelassen, sogar frustriert, denn keiner hört ihm wirklich zu. So ist er ganz allein in seiner Phantasiewelt. (Aber was für eine Welt das ist! Insofern ist der Film sicherlich auch ein Lobgesang auf die Phantasie der Kinder. Und bestimmt auch ein Wink an die erwachsenen Zuschauer sich etwas davon zu bewahren.) Seine “wilden” Ausbrüche wirken somit eher wie der angestrengte Versuch, auf sich aufmerksam zu machen und als auch das nicht funktioniert, ist er so verzweifelt, dass er fortläuft – im Gegensatz zum Buch, in dem er ohne Abendessen auf sein Zimmer geschickt wird und von dort auf die Reise geht. Der Besuch bei den wilden Kerlen wirkt deswegen hier sehr viel realer, während es im Buch mehr Traum als Wirklichkeit zu sein scheint.
Und auch die wilden Kerle haben sich verändert. Einer von ihnen hat sich von der Gruppe abgewandt und während der Großteil resigniert, kann es Carol einfach nicht akzeptieren und zerstört aus lauter Enttäuschung die Wohnhöhlen der wilden Kerle. Doch dann taucht Max auf und nachdem er sie mit einer seiner wundervollen Geschichten von seinen geheimen Kräften überzeugt hat, machen sie ihn zu ihrem König. Zunächst scheint es so, als würde die Gruppe wieder zusammenwachsen, doch viel zu bald schon bricht wieder alles auseinander und es scheint fast schlimmer als zuvor, so dass Max sich entschließt die wilden Kerle wieder zu verlassen. Der Abschied ist traurig, wie der ganze Film eigentlich sehr traurig ist. Ich für meinen Teil musste mich fast den ganzen Film zusammenreißen, gegen Ende war dann aber doch kein Halten mehr und einer Träne folgten bald viele weitere. Doch Max kehrt nach Hause zurück und dort wartet auf ihn seine Mutter und – wie auch im Buch – ein warmes Essen. [...]
