Genau heute vor drei Jahren sind zwei kleine Fellknäuel bei mir eingezogen.
Gefunden hab ich sie bei einer Frau, in deren Wohnung noch etliche andere Katzen wohnten. Es war wirklich nicht schön da und die Großen verprügelten die Kleinen, wenn die mal an das Futter wollten. Es waren noch drei Kätzchen da. Obwohl ich eigentlich zwei Kater haben wollte, konnte ich Faye nicht einfach dalassen. Also habe ich das schwarze Katerchen und das getigerte Mädchen eingepackt und mitgenommen.
Zunächst hat es einige Zeit gedauert, bis man sich aneinander gewöhnt hatte. Als der Kater das erste Mal neben mir im Bett einschlief, hab ich mich die ganze Nacht nicht zu rühren gewagt aus Angst, er könnte wegspringen. Vor allem Faye aber hat zunächst jeden angefaucht, der sich ihr auf ein paar Schritte Entfernung näherte. Aber nach gut zwei Wochen kam sie mir dann auch auf den Schoß gesprungen.
Die Fellnasen lernten schnell, was sie durften und was nicht, bzw. wann sie auf dem Tisch tanzen konnten, ohne Ärger zu kriegen. Faye war das typische Mädchen, oft zickig und unentschlossen, während Osiris in erster Linie nur Futter im Kopf hatte. Natürlich hab ich mich das eine oder andere Mal auch über die beiden geärgert, aber im Laufe der Zeit lernt man, gelassener zu werden.
Der Super-GAU kam dann nach neun Monaten, als mein Katerchen sich sein Hinterbein brach. Es folgten für ihn ein wochenlanger Aufenthalt in einem Käfig und ständige Fahrten zur Tierklinik, die er aber recht tapfer überstand. Das Bein verheilte und nach drei Monaten konnte er endlich wieder springen und klettern wie zuvor. Leider kam die Katze seit dieser Zeit nicht mehr mit ihm klar. Ständig wurde gefaucht und geknurrt, an das aneinandergekuschelte Schlafen von früher war nicht mehr zu denken. Ich habe zwar gelesen, dass es oft passiert, dass sich Katzen nicht mehr verstehen, wenn sie erwachsen werden, aber das ist nur ein schwacher Trost. Man fragt sich doch immer wieder, was wäre wenn…
Mittlerweile gehen sich die beiden weitestgehend aus dem Weg, zwischendurch wird sich mal halb spielerisch geprügelt und dann ist wieder gut. Ich glaube aber nach wie vor, dass es richtig ist, dass ich beide mitgenommen habe, denn auch wenn sie sich nicht mehr so gut verstehen wie früher, ist doch zumindest ein Artgenosse da. Und wenn Gefahr – zum Beispiel in Form eines schrecklich lauten Staubsaugers – droht, kann man auch zusammenhalten.
Ich zumindest hab es nie bereut, dass ich die beiden zu mir geholt habe. Zwar bin ich dadurch eingeschränkt und vieles ist komplizierter geworden, aber sonst hätte ich diese beiden ganz besonderen Fellnasen nie kennengelernt!
Ihr Süßen, ich will euch nicht mehr missen! Ich hab euch lieb!

















