In aller Stille
… fand gestern Nacht ein Spektakel am Himmel statt.
… fand gestern Nacht ein Spektakel am Himmel statt.
(fuan, zu deutsch etwa: Angst, Unsicherheit)
Da geht man mal zu einer noch vertretbaren Uhrzeit ins Bett und liegt dann natürlich wieder einmal wach, den Kopf voller Gedanken und Zweifel.
Es ist zwar noch alles offen und wer weiß schon, was in den nächsten zwei Jahren geschieht… trotzdem lässt mir der Gedanke wieder für ein paar Jahre nach Japan zu gehen keine Ruhe. Bin eben durch meine Blogeinträge gegangen und habe festgestellt, dass dieser Gedanke immer wieder auftaucht. Seitdem ich wieder hier bin, denke ich daran, wieder zurückzugehen.
Aber ich habe Angst, es nicht zu schaffen. Es gibt dabei so vieles zu bedenken, dass meine Gedanken Karussell fahren.
Wenn es ohne weiteres möglich wäre, würde ich am liebsten morgen meine Sachen packen und abreisen. Ich fühle mich, als würde ich hier nur Zeit totschlagen, bis ich wieder “nach Hause” kann. Es ist Irrsinn, weil ich mich andererseits dort nie wirklich akzeptiert gefühlt habe. Aber bin ich mittlerweile nicht schon viel stärker geworden als noch vor vier Jahren?
Immer wieder erwische ich mich dabei, wie ich mir mein Leben dort vorstelle, ein eigenes kleines – wohl eher winziges – Apartment, viel Arbeit und ganz auf mich allein gestellt zu sein. Es wird sicher kein Zuckerschlecken, aber es wäre dieses Mal das “volle Leben”. Genau das ist es, was ich will.
Nur habe ich keine Ahnung, wie ich an die Sache rangehen soll. Vielleicht habe ich doch noch zu viel Angst… aber vielleicht muss ich auch einfach mal was wagen. Ich erwarte nicht, dass es leicht wird. Ich möchte nur eine Chance… und genau die muss ich mir selbst suchen, nur weiß ich nicht, wo ich suchen soll.
Es ist noch so lang hin, denn meinen MA möchte ich definitiv noch hier abschließen. Trotzdem kann ich an nichts anderes mehr denken und mein Kopf ist so voll davon, dass es mich nachts wachhält.
日本に戻れますように。この願いどうか叶えて下さい。
Ich habe ganz offensichtlich einen Tick. Einen Taschentick. Wenn andere Frauen Schuhe kaufen, kaufe ich mir Taschen.
Ich habe aus einer Laune heraus mal meine Taschen gezählt.
Von dem Ergebnis bin ich selbst “etwas” überrascht. Es kamen zu Tage:
3 Rucksäcke
3 Tote bags
5 selbstgemachte Filztaschen von meiner Tante
3 große Schultertaschen
12 (!) große Taschen
18 (!!) kleine Taschen
1 Reisetasche
Macht summa summarum 45 (fünfundvierzig) Taschen. Da denk ich mir: Mädel, du hast doch einen Schaden. Wohlgemerkt sind manche der Taschen schon gut zehn Jahre alt, aber selbst dann ist es doch eine stattliche Zahl, würde ich sagen. Tatsächlich benutze ich nur einen Bruchteil davon. Es wird wohl mal Zeit, sich über den Verkauf bei ebay schlau zu machen.
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Ich bin gerade ganz gerührt von dem, was eine japanische Bekannte damals über mich auf Mixi geschrieben hatte. Ich war nie wirklich aktiv auf Mixi und hatte den Text daher bis heute auch nicht gelesen.
それよりなにより、xxxさんの髪の毛の色かなり羨ましいです! その色素ちょうだい~
Sie schreibt:
Außerdem ist xxx’s Haarfarbe beneidenswert! Gib mir diese Farbe, bitte!”
Ok, das mit der Haarfarbe versteh ich nun gar nicht, ich hab doch nicht mal blonde Haare. Aber das hat mich nun doch gerührt. ;_;
PS: Sollte jemand Interesse haben, sich bei Mixi anzumelden, sagt mir Bescheid, ich schicke euch dann eine Einladung.
Wie ich vermutet befürchtet hatte:
Die knapp vierzig Anrufe kamen von meinem Chef. Er hat heute im Büro angerufen. Er hätte sich Sorgen gemacht. Er hätte jeden Tag angerufen. Ich konnte nicht viel mehr rauspressen als ein “Ach, Sie waren das…”. Dann noch, dass ich mit ihm morgen darüber reden würde. Nach dem Auflegen habe ich vor Wut (?) so gezittert, dass mich meine Kollegin ganz erschrocken ansah. Ich wollte vor ihnen eigentlich nichts davon erwähnen, aber dann platzte es aus mir heraus, ich hätte vierzig Anrufe von einer seltsamen Nummer bekommen, dass dann anscheinend er dahinter steckte und dass das doch nicht normal wäre. Meine Kollegin erzählte dann, wie sie während ihrer Schwangerschaft nicht mal einen Kassettenrecorder tragen durfte. Offenbar ist er ein überfürsorglicher Mensch. Trotzdem – mir persönlich ist das einfach zu viel.
Eigentlich wollte ich die Sache also morgen mit ihm klären. Nun hat er mir aber gerade eine Mail dazu geschrieben, sich entschuldigt, dass er so oft angerufen hätte, es wäre aber auch meine Schuld, weil ich nicht ans Telefon gegangen wäre.
Ich habe also geantwortet, die Sache mit der Telefonnummer erklärt und mich auch etwas… ausgekotzt, mir Luft gemacht. Aus dem einfachen Grund, dass er mich offensichtlich nicht ernstnimmt, wenn ich zu freundlich bleibe. Ich war nun nicht unhöflich, aber sehr direkt.
Jetzt ist mir zumindest nicht mehr so schlecht. Ich frage mich nur, ob die Zusammenarbeit weiterhin funktionieren wird. Ich hoffe es doch sehr, aber mal abwarten.
»Longing for
what has been lost
Longing for
what hasn't been obtained.«