Nicht-Geburtstag
Ich fühle mich oft wie Alice im Nicht-Wunderland. Ich bin ein Träumer, hänge oft mit dem Kopf in den Wolken. Ich träume mir die Welt schön, bunt und vor allem voller Musik.
Wenn ich mit Musik im Ohr durch die Straßen laufe, könnte ich – oder würde ich gerne – glatt vergessen, was um mich herum ist, den Lärm, den Schmutz, die Menschenmengen. Ich sehe, was ich sehen will und nicht die Pflichten, Fristen und Aufgaben, die vor mir liegen.
Wenn ich zeitweise wach werde, bekomme ich Angst, geradezu Panik, weil ich weiß, dass ich das alles gar nicht mehr schaffen kann. Ich bin nicht fähig, ein geordnetes, strukturiertes Leben zu führen. Mir wird schlecht, langsam glaube ich, dass ich in dieser Welt nicht lebensfähig bin, weil ich nicht derart “funktionieren” kann.
Ich will mich wieder in meine Welt flüchten und bekomme dadurch immer mehr Probleme. Wann werde ich lernen die Augen zu öffnen und ohne Angst nach vorne zu schauen? Wie kann ich der ewigen Realitätsflucht entgegenwirken?
Ich ertrage diese Welt oft nicht, was nicht heißt, dass sie nur schlecht ist oder nichts Schönes in ihr liegt.
Lediglich ich funktioniere nicht in dieser Umwelt, ich bin falsch hier, denn andere kommen schließlich auch klar. Was also tun? (Eine Psychotherapie mal ausgeklammert…) ^^;
Wenn ich auf diese Frage eine Antwort hätte, wäre sehr vieles gelöst und die Welt so gut wie heil – zumindest vom jetzigen Standpunkt und dessen Perspektive aus gesehen. Aber ich glaube, es gibt dafür keine wirkliche Lösung … man hat nun einmal zu funktionieren, alles andere ist und wird offiziell nicht geduldet. Und sollte sich das je ändern, dann bezweifel ich, dass es sich in die tolerantere Richtung wandeln wird …
Ich persönlich versuche ja, wie du zum Teil eh weißt, mich IRGENDWIE in die berufliche Musik zu bringen. Ich kann mir nicht vorstellen, wie man überleben soll, wenn man kein Künstler wird … aber das ist verdammt schwer und es gibt kaum Aussichten darauf, aber es ist ein kleiner Hoffnungsschimmer, ein ganz GANZ kleiner, aber er muss ausreichen. Er MUSS..
Ich weiß nicht, was du machen willst. Fremdsprachenlehrerin, oder? (An irgendsowas erinnere ich mich gerade). Wenn du weißt, dass dich das glücklich machen könnte bzw. würde, dann versuch’ irgendwie, dich daran zu klammern … bis man’s erreicht, muss man einstecken und machen, was verlangt wird, aber vielleicht – nur vielleicht.. – zahlt es sich ja irgendwann aus, dass man sich zwischenzeitlich bis zu gewissen Punkten aufgegeben hat..
Aber nun ja … bleibt einem etwas anderes übrig, als darauf zu vertrauen, zu hoffen? Ich wüsste nichts.. wenn, würde ich es dir zu gerne sagen, aber dafür muss ich erst einmal selbst Wege finden, die man gehen kann, ohne sich alle Beine an Regeln, Vorschriften und Grenzen zu brechen.
Hey Ikima…
das was du geschrieben hast, wiederfährt mir auch oft. Manchmal denke ich: Was soll ich hier?
Tja :/
Hmm… ich häng auch oft in meinen Träumen fest… das kenne ich sehr gut. Ich hab auch schon Ewigkeiten und Ewigkeiten in anderen Welten verbracht, diese hier gibt mir außer der Musik (da bin ich richtiger Freak ;)) und den paar kleinen Zwischenmenschlichkeiten hin und wieder leider nicht so viel… der Preis für das nicht-abgestumpft-sein ist leider sehr hoch… ich bin hier auch glaub ich nur begrenzt Lebensfähig – es reicht grad dazu um hier nicht total den Verstand zu verlieren :)
Ich weiß nicht, ich hab auch nicht dieses unbedingte Streben nach Macht und Bekanntheit, wie das hier leider neben der – so wie es mir zumindest vorkommt – überall vorherrschenden Selbstüberschätzung und Arroganz, wohl leider die höchsten Dinge für manche sind. Macht über andere zu haben ist mir absolut nicht wichtig genauso wenig wie berühmt zu sein, das wär mir glaub ich sogar eher lästig. Erfolg ist für mich das Glücklich sein mit mir selbst (da bin ich bisher allerdings wenig erfolgreich ;)) – und Freundschaft, meine Freunde sind mir wirklich über alles wichtig…
Träumer sind meist leider alleine, in dieser respektlosen Ellbogen-Gesellschaft ist es halt nicht einfach Schwäche zu zeigen… ich bin da, selbst bei meinen Freunden noch, eigentlich immer sehr vorsichtig. Obwohl man grad in Momenten der Schwäche glaub ich von den Leuten die einen schätzen besonders geliebt wird. Deswegen danke, dass du deine Gedanken hier mit anderen teilst. Hab mal irgendwo nen schönen Spruch gehört, der ging Sinngemäß ungefähr: “es sind die Stärken wofür man respektiert wird, aber für seine Schwächen wird man geliebt”
Ich wünsch dir schöne Feiertage und alles Gute – genau so wie meinen Vor-Gästebuch-Eintragern und -innen :)
Schönen Gruß
Buddy
Ach so hab ich vergessen zu schreiben was man tun kann: mir fällt es selber auch ziemlich schwer – aber es hilft auf jeden Fall wenn man versucht bewusst seinen Focus auf das Schöne in der äußeren Welt zu lenken wenn’s innen mal etwas dunkler hergeht. Man kann aus dem Fenster schauen oder warm eingepackt mal vor die Tür gehen oder einfach mal bewusst irgendwas gutes für sich tun. Gestern abend hab ich mir z.B. einfach mal nen leckeren Kakao gemacht und mich einfach voll auf den Genuss des selbigen konzentriert – kein mal eben nebenbei wegschlürfen sondern sich hinsetzen und genießen. Das hebt die Stimmung auf jeden Fall ein wenig :)