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Bloggen oder nicht bloggen

Mir ist bewusst, dass mein Blog schon ewig brach liegt und wenn ich an früher denke, tut es mir in der Seele weh, dass ich so die Freude am Bloggen verloren habe.
Als ich vor dreizehn (13!) Jahren anfing auf myblog.de zu bloggen, war die Bloggerwelt noch nicht so durchgestylt und professionell wie heutzutage. Da war es auch nicht schlimm, wenn man mal zwischendurch einfach irgendeinen Nonsens bloggte, wie er einem gerade in den Sinn kam. Es fand ein reger Austausch statt und gerade das trieb mich an, weiter zu bloggen. Interesse, Rückmeldung, Reaktionen, Kommentare.
Danach zog ich zu kulando um und es wurde schrittweise weniger. Und mit den ausbleibenden Reaktionen verlor ich auch mehr und mehr die Lust zu schreiben. Natürlich sollte ich nicht in erster Linie schreiben, um Kommentare zu bekommen. Aber „ins Leere“ schreiben, ohne irgendeine Reaktion zu bekommen, frustrierte mich irgendwann nur noch. Also liegt mein Blog brach. Und es tut mir leid. Um meinen Blog und für die Handvoll Leute, die vielleicht, eventuell tatsächlich noch den ein oder anderen Blogbeitrag von mir lesen würden.
Ich müsste mir wohl eine Nische suchen. Vielleicht meine Arbeit als Übersetzerin? Oder unser Hausumbau? Zu erzählen gibt es eigentlich immer etwas … ich rede nur nicht gerne gegen eine Wand.

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Oma ruft an

Das Telefon klingelt.
„Na hallo, endlich erreich ich dich mal, bei euch geht ja nie jemand ans Telefon.“
„Ja, ich hatte neulich deinen Anruf verpasst und dann war immer besetzt, als ich zurückgerufen habe.“
„Jaja, wir waren jetzt wieder in [sonstwo] und sind gestern erst zurückgekommen und wie geht’s euch?“
„Och ja, ich bin zwar erkältet, aber sonst ganz gut. Ich arbeite momentan auf dem Zeltfestival, das ist sehr anstrengend, wir haben da -“
„Das ist aber keine Festanstellung?“
„Nein, eine Festanstellung ist das nicht.“
„Verstehst du, dass du mal Rente bekommst. Muss man sich ja drum kümmern. Also der [Name meines Cousins], der arbeitet ja jetzt zum Glück (…) Die waren jetzt wieder in Kroatien und (…) Führerschein wurd‘ ihm ja abgenommen, aber er kann zur Firma laufen (…) [Es folgen die Geschehnisse aus den Familien meiner Tante und Onkel, die immer gleichen Erzählungen von ihren jüngsten Enkeln, während ich nur hin und wieder „aha“ und „mhm“ murmle.] Aber ich hatte ja gehofft, du meldest dich mal, ihr hattet doch gesagt, ihr kommt mal vorbei.“
„Es war viel los in letzter Zeit, Hochzeiten -“
„Habt ihr geheiratet?“
„Nein, das hättest du wohl schon mitgekriegt.“
„Aber habt ihr schon vor?“
„Ja, irgendwann …“
„Wird ja auch mal Zeit. Ihr erlebt die Silberhochzeit ja schon nicht mehr. (…) [Nach Urlaubsgeschichten, geplanten Familienausflügen, Erlebnissen mit dem Wanderverein und den üblichen Gebrechen, scheint langsam der Gesprächsstoff auszugehen.] Grüß alle von mir und meld dich doch mal.“

Ich würde so gern weiter über den Urlaub bloggen, aber bis Donnerstag nächster Woche bin ich im Endspurt für die Übersetzung der neuen Mangareihe. Übrigens ein interessanter Manga, aber den Titel darf ich noch nicht verraten …

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Stallnachmittag

Nach dem kleinen Desaster am Donnerstag war ich heute auf dem Weg zum Stall noch unschlüssig, was ich heute mit ihr machen soll. Also erstmal in Ruhe geputzt und dann eine Viertelstunde grasen gegangen – schließlich war auch das Wetter super.

Auf die Außenbahn habe ich mich allein nicht getraut, aber in den Sattel wollte ich dann natürlich doch noch – mit dem festen Vorsatz mich nicht so schnell aus der Ruhe bringen zu lassen.
Sie war heute wesentlich ruhiger, sodass wir beide viel entspannter waren. Es lief nun nicht supertoll, aber kein Vergleich zu Donnerstag. Was mal wieder zeigt, wieviel davon Kopfsache ist.

Und siehe da – ganz zum Schluss klappte auch das Rückwärtsrichten wieder, worauf ich direkt abstieg und sie ausgiebig lobte. So konnte ich heute mit einem viel positiveren Gefühl aufhören und sie in den wohlverdienten Feierabend mit einer extra Portion Möhrchen schicken.

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Japan 2015 – Tag 1: Kawagoe

Dank der Zeitverschiebung waren wir schon ungewöhnlich früh auf und brachen nach einem schnellen Frühstück im Hotel gleich auf. Wir hatten uns für den ersten Tag offengehalten, ob wir in das Freiluftmuseum Nihon minkaen bei Kawasaki oder nach Kawagoe fahren. Ich hatte dann allerdings nicht so richtig Lust auf das Freiluftmuseum, sodass wir uns nach einem Abstecher zum Shinjuku gyoen auf den Weg nach Kawagoe gemacht haben. Unterwegs hielten wir auch in Musashi-Urawa – mein Wohnort während meines Auslandsjahres – und ich hatte prompt Pipi in den Augen. So sehr ich damals darüber geflucht habe, dass sie uns in ein Wohnheim mitten in Saitama verfrachtet haben, hat mich in dem Moment dennoch die Nostalgie überkommen. Das Frühstück mit allen in dem kleinen Raum, in dem morgens schon immer der Fernseher lief. Die Movie Nights mit den Mädels und jeder Menge Junk Food. Unser Ausflug zu einer Eisdiele im nächsten Ort, weil es dort Eis umsonst gab … es war schon wirklich eine tolle Zeit.
Dieses Mal war das dritte Mal, dass ich nach Kawagoe kam. Unser erstes Ziel war der Kurazukuri-Bereich, in dem noch Häuser aus der Edo-Zeit stehen, weswegen Kawagoe auch den Namen Koedo, also „kleines Edo“ trägt. Am Glockenturm (toki no kane) habe ich uns erstmal ein paar Yakidango geholt, bevor es weiterging zur Kashiya yokocho, der „Süßigkeitengasse“. Überall roch es herrlich nach frischen Senbei und anderen traditionellen Leckereien.
Von dort aus sind wir zum Kitain gelaufen, wo wir uns neben dem begehbaren Gebäude des Edo-Schlosses, das der Shogun von Edo (heute Tokyo) nach Kawagoe verlegen ließ, auch die Gohyaku rakan angesehen haben. Letztere hatten tatsächlich ein paar „Altersflecken“ mehr als bei meinem letzten Besuch 2008. Auch Statuen altern wohl …
Da es danach schon langsam Abend wurde, machten wir uns auf den Rückweg nach Shinjuku, wo ich meine Mutter mitnahm in ein Okonomiyaki-Restaurant, das ich damals mal mit meiner besten Freundin zusammen zufällig entdeckt hatte. Da es etwas versteckt im zweiten Stock eines unscheinbaren Gebäudes liegt, sehen sie wohl dort nicht allzu viele ausländische Gäste, zudem die Speisekarten komplett auf Japanisch sind. Immer wieder großartig, wenn den Leuten fast alles aus dem Gesicht fällt, wenn auf einmal Ausländer hereinspazieren. Wir hatten ein super leckeres Essen und fielen danach von Jetlag und dem vielen Laufen erschöpft ins Bett.